Bergtouren

Wichtige Verhaltensregeln bei Bergtouren
 
Verhaltensregeln
 

MahntafelIn den Bergen findest Du ganz andere Verhältnisse vor, als im Tal. Da gibt es einige Dinge, die beachtet werden sollten, damit Du Dich von den Bergen und die Berge sich von Dir erholen können.

 

Rücksicht nehmen

Als erfahrener Mountainbiker teile ich die Wege mit vielen Wanderern, die sich aus höchst verständlichen Gründen von der schönen Landschaft sehr ablenken lassen und mich auf dem Rad nicht unbedingt sofort bemerken. Also lasse ich mich von einer Gefällestrecke nicht zu einem unnötig rasanten ´Downhill´ hinreißen, sondern fahre genüßlich und langsam an meinen ´Bergfreunden zu Fuß´ vorbei. Ein freundliches Dankeschön an diejenigen, die mir den ´Überholvorgang´ erleichern, ist für mich selbstverständlich!

Und ganz nebenbei - ein genußvoller, langsamer ´Downhill´ steigert den Lustgewinn ungemein, denn man fokussiert seine Aufmerksamkeit nicht auf jedes Steinchen und Stöckchen, das den ´Abstieg über den Lenker´ herbeiführen könnte.
 

 

Ein Pedelec ist in der Stadt als umweltfreundliche Alternative zum Auto absolut sinnvoll. Immer häufiger sind die motorunterstützten Radler aber auch auf Bergwegen unterwegs und schaffen beim Hinauffahren sensationelle Geschwindigkeiten, von denen ein ´normaler´ Bergradler mit rein biologischem Antrieb nicht einmal zu träumen wagt. Aber genau hier ist der Knackpunkt, den ich vor kurzem zu spüren bekam: Auf einer mäßig steilen Bergstrecke mußte ich einem größeren Stein ausweichen, lenkte mein Radl links hinüber ohne die beiden heranbrausenden Pedelecs dabei zu bemerken. Es hätte nicht viel gefehlt, und wir hätten zu dritt da gelegen... Mein dringender Appell an die Pedelec-Fahrer im Gebirge: Verstand beim Fahren nicht auf »standby« schalten und das Rasen möglichst sein lassen, man kann auch gemütlich den Berg hinauffahren! Vor dem Überholvorgang berücksichtigen, daß der nicht-motorisierte Radler Steinen, Schlaglöchern und ähnlichem Ungemach ausweichen muß, also nur langsam und mit ausreichend Abstand überholen. Bitte auch beachten, daß der langsam fahrende Bergradler besonders im groben Schotter niemals so stabil »in der Spur« bleibt, wie der schnelle »Pedelec-Biker«. Erfahrene Bergradler wissen das schon lange. Eine gute Idee wäre übrigens auch ein rechtzeitiges, dezentes Klingelzeichen.

 

MüllUnsere Berge sind kein Abfalldepot!

Leider ein alltägliches und unübersehbares ´Zivilisationsmerkmal´ proletenhaften Verhaltens: Überall liegen Abfälle herum - Bierdosen, Verpackungsmaterial, Zigarettenkippen.... so wie dieses krasse Beispiel hier, oberhalb der Muthöfe in den Südtiroler Bergen (gesehen am 21.8.2001).

Ich meine, daß man das, was man im Rucksack mit nach oben nimmt, viel leichter wieder nach unten tragen kann, denn es wird mit der Zeit ja immer leichter...
 

 

TeufelskralleKein Spaß, sondern brutaler Vandalismus!

Häufig zu beobachten sind auch abgerissene Blumen, Pflanzenteile und Pilze, die am Wegesrand achtlos verstreut werden. Es tut dem erfahrenen Bergwanderer jedesmal in der Seele weh zu sehen, wie respektlos manche mit den schönen Dingen umgehen, die uns unsere Natur schenkt. Daher meine dringende Bitte an alle, die diese Seite lesen:
Erfreut Euch an der Natur, beobachtet, fotografiert, aber laßt den Planzen ihre Schönheit, damit sich auch diejenigen daran erfreuen können, die nach Euch kommen!
Oder haltet Euch von den Bergen fern!
 

WegeSei kein Rindviech!

Auf den Wegen bleiben! Und das hat seinen Grund, denn die Pflanzen und Gräser haben in höheren Lagen eine sehr kurze Vegetationsphase - so ca. Anfang Juni bis Ende August. Dazu kommt, daß jeder kahle Quadratmeter der Erosion schutzlos ausgeliefert ist. Die in den Bergen viel heftigeren Niederschläge geben dem Boden dann den Rest. Häßliche Auswaschungen und im Extremfall gefährliche Muren sind langfristig die Folge. Bedenke auch, daß der Klimawandel, den der aufmerksame Beobachter inzwischen wohl kaum übersehen könnte, zu immer mehr Niederschlag, Wind und damit zu immer mehr Erosion führt.
 

 BergaschenbecherHightech im Hochgebirge - der Bergaschenbecher

Es ist ohnehin ungesund - aber besonders beim Aufstieg sollte auf keinen Fall geraucht werden, denn das vermindert die Kondition schlagartig auf die Hälfte! Wenns denn sein muß - die erste Zigarette erst auf dem Gipfel rauchen und die Kippe nicht einfach achtlos ´nach hinten´ entsorgen. Gut bewährt hat sich dieser ´Berg-Aschenbecher´: Ein ausgedientes, verschließbares Glastöpfchen mit höchstens 100 ml Inhalt. Die brennende Kippe dort hineinwerfen und das Töpfchen fest verschließen. Die Glut in dem Gläschen ´stirbt´ in Sekundenschnelle an Sauerstoffmangel...
 

wolken-video Etwas ganz Spezielles - das Bergwetter

Die Unberechenbarkeit des Wetters in den Bergen hat im wesentlichen zwei Ursachen:
Zum einen sind die vertikalen Luftströmungen dort bedeutend stärker als im Flachland. So kann aus einem harmlos wirkenden Quellwölkchen schnell ein deftiges Gewitter entstehen, das nicht von weitem (wie im Flachland) heranzieht, sondern sich an Ort und Stelle plötzlich bildet.
Zum anderen ist es besonders hinterlistig, wenn sich besagtes Quellwölkchen gerade hinter einem nahe gelegenen Berg aufbläht und dann regelrecht über einen herschwappt. Die ´Vorwarnzeit´ ist in diesem Falle extrem kurz.
Mein Tip: Bei einer labilen Wetterlage (zu erkennen, wenn sich schon am frühen Vormittag Quellwolken über allen größeren Bergen bilden) erst gar keine größeren Touren beginnen.
Wird man aber dennoch ´erwischt´ - auf gar keinen Fall die Panik kriegen und kopflos zu Tal rennen!!! Schutz suchen, am besten in einer Schutzhütte, unter einem Felsvorsprung oder, wenn nicht anders geht, in einer flachen Mulde. ´Buchen sollst Du suchen´ ist absoluter Quatsch und hat schon so manchen ziemlich heftig ´aufgeladen´.
 

KletternDem Realitätsverlust vorbeugen: Bergsteigen ist nichts für Flachlandtiroler!

Immer wieder kommt es zu schrecklichen Unfällen weil sich die ´Möchtegern-Bergsteiger´ maßlos überschätzen und Berge besteigen, die sich deutlich außerhalb ihrer bergsteigerischen Möglichkeiten befinden. Wer bisher nur ein paar leichte Berge erwandert hat, sollte sich erst nach viel Übung ganz allmählich an solche Berge herantasten, die ich auf dieser Site als »schwer« oder »sehr schwer« eingestuft habe oder solche, die besonderes Können erfordern, hier sind die Gefahrenhinweise zu beachten.
 

BergschweinSei kein Bergschwein

Man steigt als Kameraden auf den Berg und kommt als Kameraden wieder herunter. Dabei bleibt man zusammen, achtet aufeinander und hilft sich gegenseitig. Der Langsamste geht vorne und bestimmt das Tempo, damit sich niemand übernimmt. Selbstverständlich gilt beides auch für den Abstieg. Dennoch sollte sich jeder darüber im Klaren sein, daß ein gewisses Restrisiko immer vorhanden ist, besonders dann, wenn der Schwierigkeitsgrad hoch ist und die Bedingungen nicht so gut sind wie erwartet. Man geht also - bei aller Kameradschaft - stets auf eigenes Risiko, das man als mündiger Bergsteiger immer gut für sich selber einschätzen sollte. Sollte eine Bergtour, aus welchen Gründen auch immer, mißlingen, ist es ein Zeichen guter Kameradschaft, wenn man sich hinterher zusammensetzt und in aller Ruhe darüber spricht. Eine solche Tour sollte also sachlich analysiert werden um den bestmöglichen Lerneffekt für alle Beteiligten daraus zu gewinnen. Bequem, aber vollkommen niveaulos und kontraproduktiv ist dagegen die »Strategie« des Bergschweins, einen »geeigneten« Teilnehmer im nachhinein einfach zum Sündenbock zu stempeln. Dumm daß ein solcher Lerneffekt damit bewußt umgangen wird...